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Wilde Jungs Konzert +Interview am 27.10.2017 im Rockpalast in Bochum

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Sandra war am 27.10 in Bochum unterwegs und hat Euch den Abend zusammengefasst. Außerdem haben Tyson und Alex  von den Wilden Jungs sie in den Nightliner entführt und ihr einige Fragen beantwortet!

Am Freitag hat der 2. Tourblock der Wilden Jungs, im Rockpalast in Bochum begonnen. Als um kurz nach 19 Uhr die Tür aufging, füllte sich der Saal sehr schnell. Aufgrund einer weiteren Veranstaltung in dem Saal nach dem Konzert, ging es dann anstatt 20 Uhr, schon um 19:30 Uhr mit Iniucundi los.

Die 4 Jungs aus Oberhausen eröffneten Ihren Auftritt mit dem Lied „Ruhrpott“. Sie heizten dem Publikum mit Ihren Punk-Rock-Songs wie, „Sie dreht sich!“, „Mein Held“, „MS Niveau“ und „Carpe Diem“ ordentlich ein. Ihr 40 minütiges Set beendeten „Iniucundi“ mit „Am nächsten Tag“.

Nach einer 10 Minütigen Pause lud dann Ohrentod zum Tanz. Die 5 Jungs aus Wittenberg brachten die Bühne mit Ihrem „Auf die Fresse- Rock’n’Roll“ zum beben. Zur Einstimmung gab es erstmal ordentlich „Geschrammel“. Wer bei Liedern wie „Ran an den Speck“, „Falsche Freunde“ oder „Glücklich vergeben“ noch etwas zurückhaltender war, wurde spätestens bei dem Ärzte Cover „Schrei nach Liebe“ wach und grölte das Lied mit.Um das Publikum richtig anzuspornen, erkundigte sich „Flex“, „Wer denn schon Bock auf die „Wilden Jungs“ hätte“. Die Antwort kam Ohrenbetäubend aus dem Publikum. Doch davon ließ sich die Band nicht beeindrucken und gab weiter Ihre Songs zum Besten. Selbstverständlich hatte Ohrentod auch „Unser Captain“ mitgebracht und auch ein „Medley“ hatten sie wieder mit an Bord. Nach einer Stunde verabschiedeten sich Ohrentod mit Ihrem Song „Gute alte Zeit“ von der Bühne.

Es vergingen einige Minuten bis „Boudicca“ eingespielt wurde, und Tyson, Alex, Norman, Bjornsson und Patric die Bühne betraten. Mit „Vorwärts über Gräber“, begannen sie Ihr Konzert. Ihren 1 ½ stündigen Auftritt füllten die Wilden Jungs mit Klassikern wie: „Kreuzberger“, „La Familia“ und „Reise“ aber auch viele Stücke von dem im Mai erschienen Album „Unbesiegt“ wurden zum Besten gegeben. Es war egal ob aus den Boxen „Diese Nacht ist Heilig“, „Steh auf“, „Voll oder nüchtern“ oder „Atmet die Gewalt“ erklang. Die Wilden Jungs machten Vollgas vom Ersten bis zum letzten Ton und brachten den Rockpalast zum wackeln. Das Publikum war sehr textsicher und feierte ausgelassen. Es wurde mit gesungen und gepogt, bis die letzten Töne von „Gloria“ gegen 23:10 Uhr ertönten. Die Masse forderte noch „Señorita“ und so wurde es dann vom Band eingespielt, während die Wilden Jungs die Bühne verließen, um sich dort den Leuten für Fotos und Autogramme zur Verfügung zu stellen.

Interview:

Euer Album „Unbesiegt“ ist jetzt 5 Monate jung und Euer erster Tourblock ist geschafft. Wie ist Eure persönliche Resonanz?

Tyson:  Die Eindrücke sind jetzt schon mal super, also ich hab nicht damit gerechnet, dass die Leute so Textsicher sind. Aber die sind verdammt Textsicher,  also was ich so gesehen habe. Es hat ja anscheinend keine Rolle gespielt, ob ich manchmal sing oder nicht, ne? Man hat ja trotzdem irgendwie immer lachen und das war O.K., Mission geglückt. Sie sind gekommen, weil sie das neue Produkt mitbekommen haben. Und ja das ist doch schon geil!

Wie bekommt ihr das mit den Proben und schreiben neuer Songs hin, wo Ihr ja alle woanders lebt? Und wie oft probt Ihr da?

Tyson: Quasi überhaupt nicht. Wer probt kann ja auch nix.

Alex: Das glaubst du jetzt nicht, ist aber tatsächlich so.

Das hätte ich jetzt wirklich nicht gedacht. Bin davon ausgegangen dass Ihr Euch wenigstens 1x im Monat zusammen setzt und Euch über neue Ideen austauscht.

Alex: Es ist eigentlich eher anders herum. Da geht es eher darum, dass wir hergehen und uns versuchen über die modernen Medien und soweit vorzubereiten und auszutauschen. So dass Du zu festgesetzten Zeiten eigentlich nur noch gehst, und jeder kann das eigentlich schon. Es geht dann halt nur noch um das Arrangement untereinander. Aber jeder kann das so spielen, dass du Ihn nachts um 3 Uhr wecken kannst und sagst mach das mal. Wir kommen dann 1-2 Tage vor der Tour zusammen und spielen dann 1, 2, 3, 4, 5 mal die Setlist durch. Aber nicht weil wir die üben müssen, sondern weil wir uns arrangieren müssen. Weißt wie ich meine? Also wie hört sich der an? Wie laut muss es sein? Wie leise? Oder Tyson? Kann man das so erklären?

Tyson: Ja genau. Oder an der Stelle da, wo der Break ist, ob da vielleicht ne Kleinigkeit auszusetzen ist. Aber das große ganze läuft schon, das läuft von dem Moment eigentlich schon, wo das Ding eingespielt worden ist.

Dann verbringt Ihr wahrscheinlich auch nicht sehr viel Zeit miteinander?

Tyson: Also virtuell ja. Wir haben die Woche über dann schon Kontakt. Und wie wir eben schon gesagt haben und wenn es nur über unseren Steuerberater ist. *lachen

Alex: Das ist so.

Tyson: Ja das ist schon so, man steht ständig in Kontakt. Denn es müssen ja ständig Entscheidungen getroffen werden, fürs nächste Jahr. Wir haben nächstes Jahr einen extrem vollen Terminkalender. Da ist einiges dazu gekommen und das zeigt dann ja auch wieder, dass die Platte dann doch gefruchtet haben muss. Da steht ja einiges auf dem Plan. In der Branche ist es ja so, du siehst ja nicht die Früchte gleich. Ab dem Punkt, wo was veröffentlicht worden ist, braucht es dann ein halbes Jahr bis dreiviertel Jahr, bis du dann was merkst. Eigentlich ist es dann erst im Folgejahr. Oder du bist ein One-Hit-Wonder!

Wie sieht bei Euch ein Konzerttag / Tourblock aus?

Tyson: Gut! Heute den Tag kannst du eigentlich noch nicht als den generellen Tourtag nehmen, der Normalzustand, also dieser Touralltag, der stellt sich dann ein, wenn der letzte Ton heute vom Konzer gespielt worden ist. Dann gehen die Mechanismen wieder los. Dann weißt Du ganz genau, wer was macht… Ich bin zum Beispiel dann wieder einer, der als erstes im Bett ist. Kann man sich nicht vorstellen. Konnte Alex sich auch nicht vorstellen.

Alex: Ist aber so. Tyson ist der erste, der weg ist. Unglaublich!

Tyson: Alex konnte sich auch nicht vorstellen, dass ich die ganze Zeit nur mit Tee rum renne. Auch weil ich jetzt ein Bier in der Hand habe, ich habe jetzt gerade mal das Image hoch gehalten. Es ist einfach so, normalerweise renne ich eigentlich immer mit meinem Tee mit Honig rum, na gut, kleiner Schuß kommt rein. Also ich bin der, der am frühsten im Bett ist und am frühsten auf. Und weiter ist es dann zum Beispiel Touralltag, die Duschen in den Clubs sind meistens nicht so toll. Wenn du auf Tour bist, heißt es z.B. organisiertes duschen, organisiertes kacken. Das muss auch organisiert sein. Das heißt es ist dann zum Beispiel morgens  so um 11-12 Uhr der erste Rasthof oder Autohof in Sicht. Wo dann die ersten Spät- oder Frühstücken und dann schon welche duschen, kommt immer drauf an, wie im Club dann die Dusch Möglichkeiten sind. Dann hast du wieder Probleme, dass Du deine Handtücher trocken halten musst, denn du brauchst sie am nächsten Tag.  Dann kommt man so gegen 14 Uhr an der Location an und dann macht der Ameisenhaufen das, was er so trainiert hat, läuft wild durcheinander und es wird raus gekarrt und aufgebaut, so dass wir mit dem Soundcheck starten können. Damit man schnell durch ist, es sind ja auch noch 2 andere Bands die einen Soundcheck machen wollen. Und dann macht man auch das, was wir hier jetzt gerade machen, Gespräche führen, weil man oft auch nicht alles über die Medien macht.  Das kostet natürlich auch alles Zeit und dann ist dann quasi schon der Auftritt. Und  nach dem Konzert sieht es natürlich auch immer gleich aus, du versuchst aus deinen nassen Klamotten raus zu kommen, um dann schnellst möglichst vorne am Merch zu sein. So das du dann auch für die Leute und Fans da bist um Fotos zu machen, paar Sachen zu signieren. Ja und dann, wenn du dann anfängst zu feiern, sind die meisten  auch schon weg. Die die noch feiern wollen… Ich zum Beispiel eher weniger. Sonst ist ja den nächsten Tag wieder das Stimmchen in Gefahr. Es läuft laute Musik und du sprichst dann ja auch lauter, musst lauter sprechen. Und Ihr wollt ja was von Eurem Konzert haben, so gesehen opfer ich mich, der Party halber und gehe früh ins Bett. *lachen

Alex: Oh, jetzt macht Tyson aber einen auf Schuldkomplex.

Was ist Euer persönliches Lieblingslied von Euch?

Tyson: Wenn ich jetzt die Platte hören würde, sag ich spontan das jetzt z.B… Bei mir wechselt das immer mal. Ich hatte es als Lieblingslied, aber jetzt wo wir es immer live gespielt haben, ist es nicht mehr das Lieblingslied auf der Platte, weil es sich live viel geiler anhört . Das war eigentlich „Die Nacht ist heilig“. Ich finde es jetzt nicht mehr gut auf  der Platte aber Live geil! „Steh auf!“ und „Meine Richtung“ Das sind so meine. Na gut. „Voll oder Nüchtern“ geht auch. Wenn ich das Ego polieren will, dann mach ich nochmal „Atmet die Gewalt“. Der Song ist ja auch so „bamm“ da sind wir wieder. Es war ja jetzt auch lange ruhig. Und der Song, war jetzt eigentlich kein Song, den man als Single oder so nimmt oder für ein Video. Aber es war schon so, dass wenn man sich mal umgehört hat „Ah die haben doch sowieso keinen Biss mehr! Was soll denn da noch kommen?“

(Anmerkung meinerseits): „Steh auf!“ Ist auch mein persönliches Lieblingslied. Das habe ich bei der Radiovorstellung Eures Albums gehört und war direkt „begeistert“.

Tyson: Das hätte auch auf einer Manowar Platte sein können. Das man auch von Bands aus anderen Genres Tribut und Anerkennung dafür bekommt, und das ist… Na ja, Deutschrock hat ja auch nicht den besten Ruf, müssen wir ja gar nichts zu sagen. Dann ist das schon Toll. Wir haben einfach gesagt, die Platte hat nicht mehr die Härte der „Hasspirin“ aber dafür hat sie wieder mehr Musik, und Einklang. Das hört man natürlich auch. Es finden auch Leute aus anderen Musikrichtungen, die Musik geil, die eigentlich so gar nicht so Deutschrock fasziniert waren.

Hannover ist ja auch Scorpions Land. Da sagt man ja auch nicht „äh Metal“, da sagt man auch ist deutscher Hardrock, so ein bisschen poppig oder so. Ich bin Scorpions Fan muss ich sagen. Das war das erste woran ich gedacht habe, als wir nach Hannover gefahren sind.

Alex: Das hat Tyson sogar gesagt wo wir angekommen sind. „Wir sind jetzt im Scorpions Land“. Das weiß ich noch, da haben wir oben gesessen.

Tyson: Da hat es bei mir schon wieder angefangen zu kribbeln, wie bei einem kleinen Jungen, weil ich mich an Matthias Jabs und so erinnert habe. Wo du angefangen hast Musik zu machen. Wow! Das ist schon breit. Das ist nicht so, dass dieses typische… Gut wir sind auch ein anderes Semester…, aber da war das mit dem Deutschrock nicht so. Ich denke das hört man auch bei den Songs bei uns, dass diese Einflüsse in unserer Musik, auch nicht nur aus dem Deutschrock kommen.

Ich habe den Eindruck gewonnen, dass Ihr doch sehr weit gefächert aufgestellt seit, was den Musikstil angeht.

Tyson: Von den Persönlichkeiten sieht man es auf jeden Fall. Das ist ja auch gut. Es sind teilweise schon Metal-Einflüsse mit drin in unserer Musik. Da ist sogar Schlager mit drin, da ist Polka mit drin. So gesehen könntest du die Wilden Jungs gar keiner Musikrichtung fest machen.

Was hört Ihr privat für Musik?

Tyson: Oh. Scorpions hatten wir ja gerade schon z.B. das ist Laune abhängig. Das wäre jetzt die Urlaubsplaylist vom letzten Jahr. Wie hieß er nochmal der „Sweet Home Alabama“ neu aufgelegt hat? Kid Rock? Den würde ich jetzt im Urlaub hören,aber Privat nicht. Ich mache Musik davon abhängig, wo ich gerade bin und was ich für ein Gefühl erzeugen will, und davon mache ich abhängig, was ich gerade höre. Also Kid Rock und Scorpions sind, wenn ich Urlaub habe, immer in meiner Playlist mit drin. Da kommt vielleicht auch noch der Reinhard Mey mit dahinter. Nee, der nicht. Der kommt bei anderen Gelegenheiten, wenn dich gerade wieder über was aufregst, dann holt er dich runter. Urlaubsplaylist ist z.B. auch die Udo Lindenberg Platte. „Woddy, Woddy, Wodka“. Aber sonst, beschäftige ich mich eigentlich nicht mit der Deutschrock-Szene, ich höre eigentlich keinen Deutschrock.

Alex: Schon interessant so eine Frage, habe ich aber auch noch nicht drüber nachgedacht. Jetzt mal was ganz unspektakuläres, zum Thema Wilde Jungs, die einzige, und ich komme wirklich aus einem komplett anderem Genre, die einzige Deutschrock-Band, die ich immer gut fand… waren die Wilden Jungs. Und irgendwann kam einer, der Greene. Der hat gesagt: „Die suchen einen, hast nicht Interesse?“ Und so hat sich dann der Kreis geschlossen. Ich hab also bei der Band angefangen, wo ich gesagt habe: „Das sind die einzigen, die dir anhören kannst.“ Und wo du Spaß dran hast und Zugang zu hast, wo du auch verstehst, worum es geht. Und so hat sich das dann entwickelt. Und wenn ich mir die anderen so angucke, kann ich schon sagen, wir sind breit aufgestellt, von der Musikrichtung her!

Tyson: Es ist ja eigentlich auch geradeaus dadurch entstanden, wenn ich diese Deutschrock… Ich meine ja hauptsächlich die Songs die Deutschrock-Einflüsse hätten, dann wäre die Verbindung ja auch nicht entstanden. z.B. Man merkt ja auch die Einflüsse. „Ah bei dem und dem Song, hörst du dich da und da!“

Alex: Klar!

Tyson: 80er rocken.“ Ja natürlich. Wir sind ja auch Kinder der 80er. Und du kannst die Musik ja auch nicht neu erfinden, aber du kannst sie trotzdem mit Stil wieder beleben und was schönes neues daraus formen. Es heißt ja auch komponieren und woher kommt das Wort komponieren? Von Komponenten! Wir haben bloß 9 Töne. Wir müssen die Komponenten neu zusammen setzen, die Geschichte muss neu geschrieben werden. Die Akkordfolgen gab es schon 20.000 Mal, das hörst du beim Deutschrock wie bei keiner anderen Musik. *lachen Es ist ja auch nicht so das es besonders viele instrumentale Koryphäen gibt, ich würde nicht sagen in unserer, sondern eher in der Standart-Deutschrock Szene. Deswegen interessieren mich teilweise solche Fragen auch nicht, „Was hältst du von der Deutschrock-Szene? Oder Wie sieht es denn so in der Deutschrock-Szene aus?“ Weil ich definiere den Deutschrock ganz anders. Wir haben ein ganz breites Spektrum an Musik, auch so innerhalb der Band. Und da ich ja die Texte  mache, nehme ich halt das, wo ich mich am Besten ausdrücken kann. Und das ist nun mal die deutsche Sprache. Das du dann zusammen gebucht wirst zu Konzerten, wo andere Bands auch spielen die sagen „Ich bin Deutschrock, oder so“, das ist dann halt so. Aber ich würde das nicht so sagen, das wenn man dann halt so zusammen ist „Das ist aber untypisch Deutschrock“, „Ihr seit kein Deutschrock“. Wenn man es aber sein will, wie es ja zur Zeit einer macht *lachen „So Deutschrock ist meine Religion, oder so“, dann kann er das machen. Dann ist das sein Ding. Ich sag wir machen Musik, das sollen die Leute sagen. Das ist ja typisch wie in der Metal-Szene. „Ich bin Doom-Metal“, „Hey, du bist Pagan-Metal“, oder wie heißt das? Was gibt es da nicht alles von? Die machen sich immer kleinere Gatter, weil sie in die anderen Gatter nicht rein wollen. Irgendwann wundern sie sich, dass sie dann nur noch 2 oder 3 Fans in diesem Gatter haben, weil sie alles wieder getrennt haben. Weil sie nicht einfach sagen können, lasst uns doch einfach Musik machen, ohne die ganze Zeit hier uns gegenseitig auszusperren.

(Anmerkung meinerseits): Jeder sollte schon die Musik machen, die ihm selber Spaß bereitet.

Tyson: Sonst kommt auch nichts frisches. Dann kommen auch keine neuen Ideen, weil alles ist irgendwann mal verbraucht. Der Alex kommt ja aus dem Hardcore Bereich.

Alex: Ich komme aus ner ganz anderen Ecke.

Tyson: Da hab ich auch ein paar Demos, die Du mit dem Greene gemacht hast. Das eine wie hieß das…

Alex: Weiß ich nicht mehr. Ich hab mit dem Greene schon viel gemacht.

Tyson: Da bin ich schon am wurschteln dran. Da passt was drauf.

Alex: Immer drauf!

Tyson: Es kommt bei uns auch, wie du schon sagst, eigentlich über die Multimedia-Sachen. Ob vom Greene „Ich hab da ein kleines Snippet“, so 1 ½ Minuten zusammen geschnippelt. Dann nehm ich mir das und zerpflücke mir das und setz es mir so zusammen und bau meine Gesangslinie drauf. Und dann merkst du auch das was passiert und die Musik sich auch verändert. Wenn man es annimmt. Früher hab ich immer alles selber gemacht und man sieht eigentlich auch schon hier (zeigt auf die Lounge des Nightliners), dass sich wie ein Pool hier alles trifft. Das war ja schon im Aufbau der Band so. Am Anfang, wo wir das neu gestartet haben, wo dann der Greene dazu kam. Greene hat dann Alex mitgebracht. Das da auf jeden Fall noch Ressourcen da sind, auf die du greifen kannst, die die Musik bereichern. Wo ich jetzt sagen kann als Herz und Mitgründer. Ich stehe ja mit meinem Gesicht für „Wilde Jungs“, auf jeden Fall.  Kann ich diesen Schuh „Wilde Jungs“ anziehen? Kann ich das da auch drum herum stricken?  Und das ist dann die Frage jedesmal wenn ich vor einem Song bin. Oder kann ich eher sagen, dass geht überhaupt nicht? Wir haben ja diesmal sogar einen Song Neuen Deutschen Härte im Stil drauf gemacht, auf die Platte. Der hätte auch von wem anders, Megaherz oder Rammstein oder auch von Hämatom sein können. Bis dann im Refrain auf einmal wieder, jetzt ist es doch wieder „Wilde Jungs“. Und das ist halt spannend, wenn man noch Musik machen kann und nicht einfach nur seinen Businessplan nachgehen soll. Das ist nicht typisch Deutschrock. Will ich auch gar nicht sein. Wollen wir auch gar nicht sein. Wir machen hier Musik und alles andere schauen wir mal.

Mit welchem Künstler würdet Ihr gerne mal zusammen auf der Bühne stehen und einen Song performen?

Tyson: Wenn Du mich so fragst, My Chemical Romance. Bin ich Fan von My Chemical Romance, „Welcome to the Black Parade“. Ganz großes Kino! Ich gucke mir auch heute noch gerne die Live Konzerte von denen an, eigentlich noch viel lieber wie die Platte, weil wenn die in Japan aufgetreten sind oder in Südamerika, dieses euphorische, was da vor sich geht. Und die haben halt gerade dieses melodische. Ich bin eben noch ein Kind der mit Queen aufgewachsen ist in den 80ern und bei My Chemical Romance kommt halt Queen mit durch.

Alex: Aber voll!

Tyson: Ja, mit Punkrock gemischt, aber der Sänger voll auf Freddie Mercury. Die Tonfolgen, merkt man schon auch angehaucht und das ist halt natürlich wenn du die Zeiten geliebt hast in den 80ern. Mit Guns n’Roses und so. Was halt die Musik richtig geil gemacht hat. Bis die verfickten 90er kamen, mit ihrem billig Techno und was weiß ich nicht alles. Wo du nur gedacht hast „Oh Scheiße. Tiefer kann das Niveau ja nicht mehr fallen.“

(Anmerkung meinerseits): Es ist schlimmer geworden, denn dann kam der Hip Hop.

Tyson: Ja natürlich. *lachen Und wenn dann solche Punk-Bands wie My Chemical Romance gekommen sind…. Na gut, sie haben halt so ein bisschen auf Emo gemacht. Aber dann „Wow, da kommt aber der Freddie raus“. Dann war da noch so ein bisschen David Bowie mit drin in den 80ern. Das sind so Bands die ich hören würde.

Wie wählt Ihr die Locations für Eure Auftritte aus?

Tyson: Na ja, wie haben wir das diesmal gemacht? Wir machen einfach einen Haken, wo wir nicht mehr hin gehen. *lachen

Alex: Also, ich denke mal, diesmal kann man das so stehen lassen, wenn man sagt „Wenn man so lange eine Pause hatte wie die Band, die hat sich ja so zu sagen (ich sag es mal mit meinen Worten), selbst neu erfunden. Das ist so meine Philosophie von „Unbesiegt“. Also wenn ich mir die anderen Scheiben anhöre, ich war ja schon immer großer Fan, und wenn ich das. Die haben sich halt selbst neu erfunden. Damit auch für mich den Deutschrock. Das ist aber meine persönliche Meinung. Um auf die Frage zu kommen. Das ist eher so, das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Ich würde eher so sagen, dadurch, das wir uns neu formiert haben, mussten wir auch erst nochmal gucken. Wir konnten jetzt keine Hallen für 5000 Leute buchen. 1. ist das Risiko da zu groß und 2. wussten wir ja gar nicht, wie kommt denn das überhaupt an. Wir haben natürlich die großen Festivals alle im Sommer gespielt, zumindest fast alle die es da so gab. Da waren die Resonanzen schon gut. Aber was heißt denn das auf einer Tour? Auf einer Tour ist das dann so gesagt die Stunde der Wahrheit. Und da macht sich das tatsächlich dann auch an der Abendkasse fest, wie sehr man bei den Leuten noch im Gedächtnis ist. Und ich sag mal jetzt, was man nach dem ersten Block und auch heute Abend so sieht, das Haus wird gut voll oder wird voll sein. Da glaube ich sind wir auf einem ganz guten Weg. Deshalb haben wir für dieses mal eher kleine Brötchen gebacken. Ich weiß noch nicht wie das nächstes Jahr läuft, da sind wir uns noch am überlegen wie und in welche Richtung es geht.

Tyson: Mich ärgert an den kleinen Brötchen eigentlich mehr so, das wir nur eine 90 Minuten Setlist spielen können, weil meistens die kleinen Clubs nachher noch Partys machen.

Alex: Wie heute auch.

Tyson: Aber das ist ja auch gar nicht so schlimm. Wie du schon sagst, haben wir eigentlich super Alben, einige Songs spielen wir dieses Jahr noch nicht, einiges fällt raus. Aber wir haben uns schon für die Setlist für nächstes Jahr, bei einigen Stücken gesagt, „Gut, da rotieren wir nochmal durch“. Wir mussten gerade, wo wir in Erfurt gespielt haben und nicht Señorita im Gepäck hatten…

Alex: Ohhh ja. Da war kurz vor…

Tyson: Wir waren froh, dass sie uns nicht als Geiseln genommen haben.

Alex: Ist so. Wir mussten es dann vom Band spielen, damit einigermaßen Ruhe war. Kam auch erst „Boah was?“, aber dann war es einigermaßen gut.

Tyson: Das ist so eine Sache. Wir haben diesmal die Sängerin nicht mit eingeplant. Ist dann natürlich dann doof. Wenn wir das dann schon spielen, im Schlagerstil. Es ist ja ein Schlager, wenn du das so siehst.

Alex: Genau!

Tyson: Dann möchte ich auch mit meinem weißen Hemd und mit dem goldenem Ringchen *lachen mit Ihr dann quasi so wie der Florian Silbereisen durch die Reihen schreiten.

Für die Herbsttour und die Festivals sind wir am organisieren, ob wir da nicht so eine kleine Señorita mitnehmen können. Und Señorita ohne die Frauenstimme ist natürlich nix, muss man halt auch durch koordinieren. „Wie hast du Zeit?“ „Passt das da?“ usw. Damit wollten wir uns eigentlich dieses Jahr bei der Tour erst mal nicht belasten.  Sehen wir erst mal zu das wir alles gut über die Runden kriegen. Wissen nicht, „Ob die Leute auf uns abfahren.“ „Dann bist du weg vom Fenster, und jetzt wieder da.“ Und die Leute sagen „OK“. Damit können wir jetzt arbeiten.

Alex: Damit kann man arbeiten, ja. Aber jetzt müssen wir erst einmal den zweiten Block rum kriegen, wenn der zweite Block so wird, wie der Erste aufgehört hat, dann kann man da mehr als gut mit arbeiten. Aber müssen wir erst mal hinkommen. Am Montag in Frankfurt ist dann Abschluss, da haben sich auch schon viele angemeldet, das Ding wird voll.

Tyson: Nachtleben ist ja sowieso ein kleines Wohnzimmer.

Alex: Heimspiel! Leidbild spielen als erstes, dann Ohrentod und dann wir.

Tyson: Auf die bin ich auch gespannt, wie werde ich mir jetzt auch mal angucken. Bin ich ja zu gezwungen,wie gesagt, ich höre keinen Deutschrock.

Ist das teilweise echt so, wie der Bjornsson sagt? Musikerpolizei? Weil ich denk so, ich guck mir aber Bands auch anders an als Fan. Das ist das dumme.

Alex: Aber der Greene hat recht damit.

Tyson: Also bei mir ist das so, ich geh ganz selten auf Konzerte. Weil wenn ich daran denke, wie ich als Teenie die Bands angeguckt habe und wo ich noch nicht so mit drin war. Da hast du dir die Bands anders angeguckt, als wie du sie dir heute anguckst. Und du musst dich dann wieder erkennen, wie so eine nörgelnde Ehefrau: „Ah, das hat er jetzt gerade gemacht.“ „Warum hat er das da gerade gemacht?“ Naja gut. Zurück in die 80er. Wenn ich auf einem Queen Konzert wäre, würde ich das natürlich nicht machen.

Nach welchen Kriterien sucht Ihr Eure Vorbands aus?

Tyson: Du das weiß ich gar nicht. Ich habe noch nie eine ausgesucht.

Alex: Ich würde sagen, das ist eher umgekehrt, die suchen uns aus. So habe ich das jetzt für die Tour hier erlebt, die kommen eher auf uns zu und sagen „Wir glauben, wir passen ganz gut zu Euch. Nicht weil wir die gleiche Musik machen, sondern weil wir uns bisschen abheben und bisschen was anderes machen.“ Kann ein gutes Package sein und so kommt man dann halt ins Gespräch. Ich weiß noch nicht wie es nächstes Jahr läuft, aber dieses Jahr war das halt mal so. Vor allen Dingen haben wir ja auch Glück gehabt, muss man sagen mit Sehnsucht. Die waren im ersten Block mit dabei, und jetzt auch. Jetzt auch Ohrentod, das ist schon bisschen Kontrast-Programm. Aber das ist auch gewollt und die ziehen auch ein paar Leute mit an, bringen sich auch gut ein.

Wenn Ihr zurück schaut, was würdet Ihr heute anders machen?

Tyson: Nochmal 20 mit der Weisheit von heute? Das wäre geil. Nö, an den Alben würde ich eigentlich so groß nichts ändern wollen, das sind Momentaufnahmen gewesen. Bis auf die „Bis aufs Blut“, das war so mein persönlicher Totalausfall. Das war die erste Platte die ich selbst produziert habe. Hätte eigentlich einen neuen Anstrich verdient, aber es sind schon viele Songs von der Platte neu aufgenommen worden. Die waren auf der „Von A bis Z“. So gesehen wäre das eigentlich eher eine Umfrage für Die-Hard Fans. Aber dann ist es ja auch nicht mehr das Original und wenn ich da heute sehe, wenn man auf Amazon guckt, das du die gebraucht kriegst oder bei Ebay. Das du da ein paar Hundert Euro für diese eine CD, gebraucht bekommst. Hätte mir das mal einer ganz früher erzählt, hätte ich auch nur gesagt „Ok.“

Was würdet Ihr an einer Platte anders machen? Ich kann an der Vergangenheit nichts mehr verändern.

Was war Euer lustigstes Erlebnis als Band?

Alex: Das war auf dem ersten Block, die Pause am Parkplatz, wo wir die Reisetruppe getroffen haben. Tyson hatte direkt die Antennen ausgefahren und die Jungs auch. Die haben sich direkt gefunden, so ne Rentner Truppe. Ich weiß gar nicht mehr, wo die hingefahren sind. Dann haben die erstmal gute alte Volkslieder zum Besten gegeben auf dem Parkplatz. Haben auch noch Videos von gedreht. Das war für mich persönlich ein Highlight, weil die um 10 Uhr da schon mit Ihrem brutalen Schnaps angekommen sind. Die waren schon Granaten voll morgens.

Tyson: Schützenverein Brackel, Division …

Alex: Das kann man sagen war ein Highlight.

Tyson: Stimmt, da habe ich sie mit „Keiner schöner Land“ angesungen. Die kamen als erstes, weil sie den Hermann bei Euch hinten drauf vom Cover gesehen haben.

Alex: Genau. Und dann haben sie erst mal philosophiert. Und irgendwann bist du raus gekommen, hast das mitgekriegt und dann haben sie das diskutieren mit dir angefangen. Und auf einmal kam einer an, ja können wir nicht einen trällern. Und dann fragt Tyson: „Kennt Ihr, Kein schöner Land?“. Und auf einmal hat die ganze Truppe  „Kein schöner Land“ gesungen. Und bevor sie dann gegangen sind, haben sie die „Wilde Jungs – Unbesiegt“ CD bei sich im Bus eingelegt und sind dann damit losgeschippert. Wir haben davon auch noch Fotos gemacht. Selbst der Busfahrer hat noch Fotos mit den „Wilden Jungs“ gemacht.

Tyson: Ich habe ja auch noch denen Ihr Schützenlied mitgesungen. Da haben sie Notenblätter rum gehen lassen, war schon spannend.

Alex: Vor allem haben die dann überlegt, das nahm auf einmal ganz komische Züge an. Die waren ja auf einer festgelegten Tour, auch Richtung Ostdeutschland. Und wir haben den Abend ja gespielt in Lübeck. Dann ging es ja erst hoch Richtung Hamburg, und dann mussten die rüber Richtung Magdeburg. Da haben sie dann noch philosophiert, ob sie nicht einfach noch einen Stopp in Lübeck einlegen und einfach bei uns noch aufs Konzert kommen und feiern. Sie haben es aber nicht gemacht, ich glaube auch nicht das sie dass den Tag noch geschafft hätten. Die hatten ja morgens um 10 Uhr schon Ihren… Ich weiß gar nicht, was die da hatten, diese dunkle Flasche, ganz brutales Zeug aus dem Keller. Tyson wäre aber den Abend da nicht raus gekommen, ohne wenigstens ein Lied mit denen zu singen.

Tyson: Wir haben 3 Lieder gesungen. Das war „Kein schöner Land“, ihr „Schützenlied“ und „Das gibt’s nur einmal, das kommt nie wieder“. Da haben wir die alten Schinken raus gehauen. Dann hab ich Heinz Rühmann noch angestimmt. Wir hatten also in der Mittagszeit noch Party mit dem Schützenverein.

Alex: Wir hatten die beiden Busse gegenüber geparkt. Und am Ende waren da noch ganz viele andere Leute, auf dem Parkplatz, die haben sich das angeguckt. Frei Luft Konzert. War schon cool.

Was habt Ihr für Pläne für das nächste Jahr?

Tyson:  Für nächstes Jahr stehen jede Menge Konzert Termine fest. Es werden wieder 2 Touren, Frühjahr und Herbsttour werden anstehen. Des weiteren bin ich schon wieder im Studio am machen. Es kommen nächstes Jahr noch ein paar Songs raus. Wir sind am überlegen ob eventuell noch ein Musikvideo raus kommt zu einem Song der „Unbesiegt“ Platte. Wir wissen auf jeden Fall das wir im nächsten Jahr wieder ne Menge Konzerte am Start haben. Auch bei Festivals, wo man jetzt nicht gedacht hätte, dass die „Wilden Jungs“ da auftreten.  Eine Tour ist dann für das Frühjahr angesagt, auch mit einer Band wo man sagt „Wie geht das?“. Ist das nicht eher Metal? Ja, passt aber. Und da rund herum versuchen wir jetzt unsere anderen Punkte, mit Veröffentlichung und so dazwischen zu drücken. Das ist ein Haufen Stoff.

Von meiner Seite habe ich keine Fragen mehr. Ich bedanke mich bei Euch, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt.

Tyson: Jetzt hab ich eine Frage. Was denkst du was heute Abend hier noch abgeht? Was erwartest Du Dir heute Abend von dem Konzert?

Also Hannover könnt Ihr eigentlich schon nicht mehr toppen.

Tyson: Meinst du?

Alleine deine kleinen Text Aussetzer die du in Hannover hattest, wo Du dann auch nur auf der Bühne standest „Wollt Ihr mich jetzt verarschen?“. Das Publikum stand unten bereit und hat gewartet. Das zeigt eigentlich das Ihr auch nur Menschen seit 😉 Das lässt sich nicht mehr toppen.

Tyson: Ach ja stimmt. Wo wir die eine Nummer 3 mal angefangen haben. *Lachen

Das war auf jeden Fall mein Highlight und lässt sich nicht mehr steigern.

Tyson: Das war aber mein Fehler eigentlich, weil ich falsch gezählt habe. Und wenn du immer wieder an der selben Stelle einsetzt, dann wird es halt nicht besser. Jetzt weißt du aber das es nicht gelogen war, mit dem wie probt ihr. Komischerweise hat der Song aber geklappt bei den Proben. Und die wo du denkst, der wird schwer, die werden dann meist leicht.

 

Text und Fotos: Sandra. S

 

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